Jackie Chan Mega-Marathon LII

The Medallion

Deutscher Titel: Das Medaillon
Originaltitel: The Medallion
Erstveröffentlichung: 2003
Deutsche Erstveröffentlichung: 2003
Laufzeit: 88 Min.
Empfohlene Heimversion: Es gibt sowohl eine amerikanische als auch eine australische Blu-ray. Diese könnten jedoch Regionalcodesperren haben. Man kann sich auch mit der deutschen DVD begnügen, oder noch besser: Den Film gar nicht kaufen.

Jackie ist wieder mal beim Hong Kong Police Department und sieht am Anfang mit seiner schwarzen Lederjacke und schulterlangen Haaren cool aus. Er hätte öfter „Lederjackie“ sein sollen … Leider wird Inspector Eddie Yang den Look für den Rest des Films ablegen. Yangs kooperiert mit Watson, einem lächerlichen, tollpatschigen Interpol-Agenten. Die beiden sind hinter Snakehead (Julian Sands) her. Dieser hat ein uraltes chinesisches Buch gestohlen, in dem es um einen Jungen geht, der alle tausend Jahre die zwei Hälften eines legendären Medaillons zusammenführen soll.

In Hongkong schaffen es Yang und Watson nicht, Snakehead davon abzuhalten, den Jungen der Legende nach Irland zu entführen. Interpol bittet Yang, sich in Irland erneut mit Watson zusammenzutun. Dort trifft er auf die Agentin Nicole (Claire Forlani), mit der er vor einiger Zeit ein Techtelmechtel hatte. Bei einer Rettungsaktion im Hafen von Dublin opfert sich Yang für den entführten Jungen und ertrinkt. Der Junge bringt ihn mit der Magie des Amuletts zurück ins Reich der Lebenden.

Claire Forlani

Yang erhält eine Hälfte des Medaillons und entdeckt, dass er seit seiner Wiederbelebung übermenschliche Fähigkeiten besitzt und unsterblich ist. Hauptsächlich rennt er extrem schnell und fliegt in der Luft herum. Snakehead schafft es, den Jungen erneut zu entführen und in den Besitz der anderen Hälfte zu kommen. Er versteckt sich in einem Schloss, wo Yang, Watson und Nicole gegen ihn in einem Showdown antreten.

The Medallion hat ein sehr mieses Drehbuch und ist vergessenswerter, unlustiger und uninteressanter Schwachfug. Er ist in etwa auf dem Niveau von The Tuxedo, nur nicht ganz so furchtbar. Erst nach einer Stunde wird erklärt, dass man mit dem Amulett die Macht über Leben und Tod erhält. Recht viel weiter reicht der seichte Fast-Food-Mystizismus des Films nicht. Snakehead ist ein austauschbarer, eindimensionaler Bösewicht und Jackie spielt sich wieder mal selbst. Wobei Eddie Yang nett genug ist, dass er einen hungrigen, fremden Hund füttert, aber nicht nett genug, um Nicole nach dem Bumsen anzurufen, so wie er es versprochen hatte.

Der Humor ist kindisch und die Action, abgesehen vom übernatürlichen Faktor, komplett gewöhnlich und durchschnittlich. Sie ist von Action vom Hollywood-Fließband kaum zu unterscheiden. Kaum zu glauben, dass der Actionprofi und langjährige Jackie-Wegbegleiter Sammo Hung die Actionszenen inszeniert haben soll. Es regt sich die Vermutung, dass Hung nur nominell als action director aufgeführt war. Der spätere B-Actionstar Scott Adkins ist hier in einem seiner ersten Filmauftritte als Handlanger von Snakehead zu sehen, hat aber leider nicht viel zu tun.

Scott Adkins: Der Mann hinter der Melone.

Dass Claire Forlani ganz nett anzusehen ist und der Film ein gutes Tempo hat, sind die einzigen guten Sachen, die man über ihn sagen kann. Den Verantwortlichen war es übrigens nicht zu blöd, im Finale beim Beginn des Kampfes zwischen Nicole und einer anderen Frau einen „Miau“-Soundeffekt einzubauen. Weil wenn Frauen gegeneinander kämpfen, kann man auch „Catfight“ dazu sagen, haha. Und selbstverständlich wird der Catfight von gewöhnlicher, „cooler“ Rockmusik begleitet.

Nachdem Columbia Pictures den Rohschnitt von Regisseur Gordon Chan gesehen hatte, beauftragten sie Douglas Aarniokoski, neue Szenen für den Film zu drehen und schnitten ihn sehr stark um. Ich kann mir jedoch nicht vorstellen, dass man aus dem Material jemals einen halbwegs guten Film zusammenstückeln hätte können. The Medallion war zu Recht ein großer Kinokassen-Flop. Es ist die Art von Film, die man sich in den Nullerjahren irgendwann in seiner Videothek auf DVD ausgeliehen hat, um sie danach einmal anzuschauen, und vielleicht nicht mal bis zum Schluss. Danach war man froh, dass man sich das Kinoticket gespart hatte, und hat den Film sofort wieder vergessen.

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