Bud Spencer Marathon Nr. 1: Gott vergibt – wir beide nie!

Gott vergibt – wir beide nie! (1967, Dio perdona… Io no!)

Wie erwartet läuft bei Film numero uno noch die härtere Gangart. Wir treffen auf eine staubige, dreckige Welt voller Banditen und hinterlistiger Falschspieler. In der originalen italienischen Langfassung werden Leute blutig geprügelt, gefoltert und kaltblütig erschossen. Alle Frauen werden durch Schläge und Tritte misshandelt, eine erwischt es sogar noch schlimmer. Ich weiß – noch – nicht, wie viele Filme es gibt, in denen Bud Spencer mit einem Revolver Leute über den Haufen schießt, aber es sind sicher nicht viele.

Wie so oft geht es auch in diesem Spaghetti-Western um viel Geld und viele Gauner, die es für sich alleine haben wollen. Was zählt ist, wer die Oberhand hat, wer wen austricksen kann und wer schneller mit seinem Schießeisen ist. Es ist keine Komödie, aber auch nicht wirklich düster, sondern ein bodenständiges, realitätsnahes, ruppiges Unterfangen.

Der Wuschelkopf mimt den Oberfiesling.

Bud hat in seiner ersten größeren Filmrolle leider keine besondere Charakterisierung erfahren. Er ist kompetent, smart und die korrekteste der Figuren, viel mehr lässt sich nicht sagen. Zudem spielt er neben der von Terence Hill gespielten Hauptfigur hier nur die zweite Geige, und selbst der Oberfiesling hat mehr Text und Szenen als er. Terence‘ Figur (die man in der deutschen Fassung einfach mal „Django“ genannt hat) steht fest in der Clint Eastwood-Tradition: Taff und lakonisch-cool ist er selbst dann Herr der Lage, wenn er gefesselt und den anderen scheinbar ausgesetzt ist. Die strahlend blauen Augen auf seinem Männermodel-Gesicht stechen aus dem anonsten braun-düsteren Bild heraus.

Der Film hat ein angenehm ruhiges Tempo, lässt sich in jeder Szene und in jeder Einstellung viel Zeit. Aber nicht nur dadurch ist er sehr atmosphärisch. Handwerklich ist er sehr sauber gemacht. Nur der Oberfiesling ist schlecht besetzt, quasselt viel zu viel und hat zu viele Szenen. Dio perdona…Io no! ist kein außergewöhnlicher, aber insgesamt sehr brauchbarer und typischer Spaghetti-Western.

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