Bud Spencer Marathon Nr. 6: Die rechte und die linke Hand des Teufels

Die rechte und die linke Hand des Teufels (1970, Lo chiamavano Trinità…)

Auf Teil 6 des Marathons habe ich mich nicht nur gefreut, sonden mich regelrecht danach gesehnt. Die rechte und die linke Hand des Teufels, der zu Recht als Klassiker gehandelt wird, ist der inoffizielle Startschuss des Spencer/Hill-Phänomens. Bei dieser Westernkomödie wurde ihre Erfolgsformel gekocht, die von nun an galt: Sympathische Figuren + flotte Sprüche + Slapstick-Prügeleinlagen. Dazu eventuell noch eine Fress-Szene oben drauf. Nicht ganz unpassend wurden Spencer und Hill ab diesem Film von manchen als moderne Version von Laurel und Hardy gesehen.

In einem wunderschönen Tal hat sich eine fleißige Mormonen-Community mit einigen Rindern niedergelassen. Der wohlhabende Major will dieses Stück Land jedoch lieber für sich und seine Zuchthengste haben. Er heuert nicht nur ein paar fragwürdige Gestalten an, sondern auch eine Bande von Mexikanern, die wie aus einem Cartoon scheinen und sich wie gewalttätige, dreckige Kinder verhalten.

Ungebührliche Gäste

„Der Kleine“ (Spencer, im Original Bambino) gibt sich in einem verschlafenen Nest nahe des Tals als der neue Sheriff aus und wartet darauf, ein großes Ding drehen zu können. Da kommt sein kleiner Bruder, der „müde Joe“, angeritten (Hill, im Original Trinità) und möchte bald der Hilfsheriff sein. Die zwei Ganoven mit guten Herzen sind mit ihren Fäusten fast so schnell wie mit ihrem Pistolen. Die streng gläubigen Mormonen lehnen jede Form von Gewalt ab und haben keinerlei Waffen. Joe freundet sich mit ihnen an, insbesondere mit zwei schönen, blonden Töchtern. Er schafft es, seinen großen Bruder zu überreden, den bescheidenen Leuten gegen den Major und die Mexikaner zu helfen.

Schöne Aussichten

Die brüderliche Dynamik zwischen dem ernsten Bambino, der „linken Hand des Teufels“, und dem Tagedieb Joe, der „die rechte Hand des Teufels“ genannt wird, ist glaubwürdig, sehr unterhaltsam, und das Herz des Films. Während humoristische Szenen in den vorigen Filmen eher spärlich gesät waren, liegt nun erstmals eine richtige Komödie vor. Unter der Leitung von Enzo Barboni (E.B. Clucher) werden nicht nur lustige Situationen inszeniert, sondern auch das für gute Comedy so wichtige Timing stimmt. Herrlich ist auch, wie Bruder Jakob, der Anführer der Mormonen, im Finale eine Bibelstelle findet aus der hervorgeht, dass man sich doch zur Wehr setzen darf. Daraufhin entsteht eine Massenschlägerei, in der die friedliebenden Mormonen zusammen mit den zwei Händen des Teufels die Bande des Majors und die Mexikaner mit Fäusten, Füßen, Brettern und Pfannen verprügeln. Die Prügeleien haben hier erstmals eine richtige Choreographie und dauern länger als in den vorigen Filmen. Der „Prügelwestern“ war geboren. Obendrauf gibt’s noch einen tollen Titelsong.

Ein Backpfeifenkonzert steht auf dem Plan

Der Erfolg, sowohl in Italien als auch international, sorgte für einige Nachahmer. Bis heute ist Lo chiamavano Trinità… einer der erfolgreichsten italienischen Filme aller Zeiten. Für viele ist Die rechte und die linke Hand des Teufels der Höhepunkt des italienischen Duos, und das kann man einwandfrei so stehen lassen. Ich möchte bis zum Ende des Marathons warten, bis ich mein persönliches Ranking der Lieblingsfilme zusammenstelle, aber ich gehe von einer Top 3-Platzierung aus. Der Film feiert heuer sein 50-jähriges Jubiläum im deutschsprachigen Raum.

Übrigens: Actionfiguren und kleine Statuen sind meist Mega-Franchises wie Star Wars oder dem Marvel-Universum vorbehalten. Der deutsche Hersteller supacraft schätzte die Popularität von Spencer hoch genug ein, um diese 44cm-Statue (unten) von ihm zu veröffentlichen. Wenn ihr also ein großer Fan seid und ca. 450 Euro übrig habt, könnt ihr euch diese Statue eures Helden im Sixth Scale-Format kaufen, die seinem ersten Auftritt im Film nachempfunden ist. Vom selben Hersteller sind Büsten von Trinity (engl. Name von Hills Charakter) und Bambino erschienen und Actionfiguren der beiden sollen ebenso dieses Jahr auf den Markt kommen.

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