Bud Spencer Marathon Nr. 37: Wenn man vom Teufel spricht

Wenn man vom Teufel spricht (1991, Un piede in paradiso)

Der anständige Familienvater Bull „Buddy“ Webster (Spencer) leitet in Miami ein kleines Taxiunternehmen. Die Zahlungen für den Kredit eines windigen „Finanzakrobaten“, der seine Firma übernehmen will, könnten ihm bald finanziell das Genick brechen. Was Buddy nicht ahnt, ist, dass er bald als Spielfigur für den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse herhalten muss. Denn er wurde für ein Kräftemessen auserkoren, das zwischen Himmel und Hölle ausgetragen wird, und in dem es um nichts weniger als seine Seele geht.

Vom Himmel wird ein unkonventioneller Engel (Thierry Lhermitte) geschickt, der bei jeder Gelegenheit die Moral hochhält, sich im Kampf gegen das Böse aber manchmal fragwürdiger Methoden bedient. Trickreich integriert er sich in Buddys Leben, unterstützt ihn und appelliert an seine guten Wertvorstellungen. Aus der Hölle wird die teuflisch schöne Victoria Flame (Supermodel Carol Alt) entsandt, die sich ebenso an den Taxifahrer heftet und ihn auf ihre Seite bringen will.

Der hilfsbereite Buddy erhält scheinbar durch Zufall einen Lottoschein. Als sich später herausstellt, dass dieser 150 Millionen Dollar wert ist, entpuppt sich die ultimative Versuchung im geheimen Spiel um Buddys Seele. Die Jagd nach dem mittlerweile verlorenen Zettelchen beginnt. An dieser beteiligt sich auch der böse Finanzakrobat, mit dem Miss Flame für ihre Zwecke kooperiert. Buddys Frau wird entführt und jemand anderes mit dem Tod bedroht. Alles entscheidet sich an der Frage, wie weit Buddy für das Geld gehen würde, das mit einem Schlag all seine Probleme aus der Welt schaffen könnte.

Wenn man vom Teufel spricht ginge heute maximal als Fernsehfilm durch. Der freundliche Film für die ganze Familie mit einfachen Moralvorstellungen hat nur eine einzige Schlägerei, aber dafür auch eine Actionszene, bei der Buddys Taxifahrer in ihren Autos gegen die Fahrer eines verfeindeten Taxianbieters antreten. Der Rest ist recht seicht, aber nicht komplett unsympathisch. Die Rahmenhandlung mit dem Engel und der Handlangerin des Teufels ist auf eine gute Art ziemlich eigen.

In Österreich lief der Film übrigens als Das Rhinozeros. Das ist höchst ungewöhnlich und mir fällt sonst kein Kinofilm ein, bei dem in Österreich ein anderer Titel verwendet wurde als in Deutschland. Ich bin Fan von Carol Alt, die nicht nur verdammt gut aussieht, sondern auch schauspielern kann. Sie bekam so gut wie nie Rollen in guten Produktionen. Die vielleicht beste, und ein persönlicher Favorit von mir, ist die Seifenoper-ähnliche Drama-Mini-Serie Vendetta: Secrets of a Mafia Bride von 1990 mit Eric Roberts, einem weiteren zu wenig anerkannten Schauspieler. Die amerikanisch-italienische Koproduktion wurde auch als Bride of Violence vermarktet. In Italien wurde die Serie als Donna d’onore ausgestrahlt, demselben Titel wie das Buch, auf dem sie basiert, und im deutschsprachigen Raum als Eine Frau von Ehre. 1993 folgte die nicht weniger gute Fortsetzung Vendetta II: The New Mafia.

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