Jackie Chan Mega-Marathon IX

Magnificent Bodyguards

Deutscher Titel: Master of Death
Originaltitel: Fei Du Juan Yun Shan
Englischer Titel: Magnificent Bodyguards
Alternativtitel: The Red Dragon (dt.)
Erstveröffentlichung: 1978
Deutsche Erstveröffentlichung: 1990 (Video-VHS)
Laufzeit: 104 Min.
Empfohlene Heimversion: Die UK-DVD von Hong Kong Legends (Ultra-Bit Edition) schaut nicht sonderlich gut aus, ist aber um einen Hauch schärfer als die deutsche Blu-Ray. Man kann bei beiden zugreifen.

Ting Chung (Jackie) hat sich als der Kämpfer mit den schnellsten Fäusten im Land einen Namen gemacht. „Wenn eine Katze neun Leben hat, dann habe ich achtzehn!“ verkündet er prahlerisch. Deshalb wird er von der reichen Lady Nan als Bodyguard angeheuert und gebeten, ihren schwerkranken Bruder und sie zu einem Arzt zu begleiten. Der Bruder muss auf dem schnellsten Weg dorthin, und dieser führt dummerweise durch die Stormy Mountains. Diese sind berühmt-berüchtigt für zahllose Banditen, die dort überall herumfleuchen. Regiert wird das Gebiet von Lord Chu, und bislang ist noch jeder, der in die Stormy Mountains aufbrach, nicht lebend wieder zurückgekehrt.

Zu Lady Nans Überraschung übernimmt Ting Lung diese Aufgabe an, ohne dafür eine Gegenleistung zu verlangen. Später erfahren wir natürlich, warum ihm diese Mission ein persönliches Anliegen ist. Mit von der Partie sind ein zweiter berühmter Kampfkünstler, der seinen Gegnern die Haut vom Gesicht reißt und ein Lippen lesender Tauber. Der kranke Bruder, für den angeblich jeder Windhauch tödlich ausgehen kann, wird in einer zugedeckten Sänfte trans-portiert. Das lässt die Bodyguards dann doch etwas grübeln und zweifeln. Auf der Reise trifft die Gruppe auf alle möglichen Leute, die ihnen ans Leder wollen und selbstverständlich auch auf den großen Lord Chu.

Mit seinem langen, schwierigen Marsch durch eine gefährliche Landschaft scheint Magnificent Bodyguards von alten US-Western wie Red River inspiriert zu sein. Statt Indianern mit Pfeil und Bogen werfen hier andere Wilde Steine in die Schlucht und auf unsere Helden. Angeblich ist es der erste Hongkong-Film, der in 3D gedreht wurde. Ständig fliegen Waffen ins Bild, Fäuste, Füße und auch Schlangen mit offenen Mäulern schnellen auf den Betrachter zu. Die deutsche Blu-ray hat sogar eine Anaglyph-3D-Version mit dabei, die man sich mit so einer billigen Rot/Blau-Brille (eigentlich Rot-Cyan-Brille) ansehen kann. Gut möglich, dass es niemals eine richtige 3D-Restaurierung dieses Films geben wird, auch weil das technisch wahrscheinlich gar nicht umsetzbar ist. Die Welt hätte jedenfalls nicht viel verpasst.

Die Kampfchoreographie ist deutlich schwächer als in den vorigen und späteren Jackie-Filmen, und auch der Rest ist nichts Besonderes. Dazu gibt es noch theatralisches Schauspiel, schlechte Dialoge und Effekte. Nicht untypisch für einen Hongkong-Film dieser Zeit wurde mal wieder westliche Filmmusik geklaut. Diesmal bediente man sich beim ersten Star Wars-Film. Alles in allem ein sehr vernachlässigbarer Eintrag im Jackie-Chan-Œuvre. 1978, welches auch das Jahr von Snake in the Eagle’s Shadow und Drunken Master war, sollte es nicht mehr allzu lange dauern, bis sich Jackie von billigen Chopsocky-Streifen dieser Art endgültig emanzipieren konnte.

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