Jackie Chan Mega-Marathon XVII

Dragon Lord

Deutscher Titel: Dragon Lord
Originaltitel: Lung siu yeh
Englischer Titel: Dragon Lord
Alternativtitel: Der blindwütige Drachenheld
Erstveröffentlichung: 1982
Deutsche Erstveröffentlichung: 1987 (VHS-Video)
Laufzeit: 96 Min.
Empfohlene Heimversion: Wie so oft ist die UK-Blu-ray von 88 Films die beste Wahl. Die sieben Minuten längere Alternativfassung (die nicht besser ist als die Originalfassung) ist sowohl auf der dieser, als auch auf der deutschen Blu-ray vorhanden.

Lung (Jackie) ist ein sorgloser, lebensfroher Sohn eines wohlhabenden Meisters. Er ist voller jugendlichem Elan und hat viele Flausen im Kopf, was seinem Vater missfällt. Eines Tages hat er wieder mal keine Lust zu lernen, büxt aus und trifft sich mit seinem besten Kumpel Chin (Mars). Er trifft auf ein hübsches Mädchen aus der Nachbarschaft, verknallt sich in sie und überlegt, wie er ihr am besten den Hof machen soll.

Jackie und Mars

Nicht weit entfernt plant eine Gruppe von Dieben, angeführt von einem mysteriösen Kung-Fu-Meister (Hwang In-Shik, der zuvor in The Young Master ebenfalls den Oberbösewicht spielte), einige Schätze außer Landes zu schmuggeln. Es handelt sich um wertvolle chinesische Kulturgüter, auf die ausländische Käufer bereits warten. Einer der Diebe kann das mit seinem Gewissen nicht vereinbaren und will ohne Entlohnung aussteigen. Die anderen verfolgen ihn und treffen so erstmals auf Lung, der mit Chin auf der Jagd nach Fasanen ist. Es bleibt nicht bei diesem einen Aufeinandertreffen. Als Lung von dem Plan erfährt und Chin und dessen Vater angegriffen werden, stellt sich Lung dem Kampf gegen die Diebe. Denn die Schätze gehören dem chinesischen Volk, und niemand sollte sich an ihnen bereichern.

Hwang In-Shik

Zur Handlung gibt es sonst nicht viel zu sagen, da kaum welche vorhanden ist. Jackies dritte Regiearbeit war zunächst als Fortsetzung zu The Young Master (J.C. Marathon Nr. 14) mit dem Titel „Young Master in Love“ geplant, was aber wieder verworfen wurde. Die Storyline, in der sich der junge Lung tollpatschig um ein schönes junges Fräulein bemüht, wird auch nie zufriedenstellend mit dem Rest der Handlung verknüpft. Dragon Lord hat viel Action zu bieten, stellt allerdings eine interessante Ausnahme dar, weil es bis auf den langen Fight am Ende fast keine Kampfszenen gibt.

Stattdessen gibt es genial inszenierte Sportsequenzen. Gleich zu Beginn klettern vier große Teams auf eine riesige Bambuspyramide und versuchen, sich einen Ball zu schnappen. Es gewinnt das Team, welches zuerst den Ball von der Spitze der Pyramide schnappen und in ihren Jutesack reinpacken kann. Unter Jackies Regie wurde das Ganze zum vielleicht besten jemals auf Film festgehaltenen Rugbymatch mit etlichen gefährlichen Sprüngen und Stürzen. Alleine an dieser Eröffnungssequenz wurde dreieinhalb Monate lang gedreht, und es standen immer mehrere Krankenwagen bereit, um die frisch Verletzten sofort wegbringen zu können.

Der beeindruckendste Teil des Film ist nicht unbedingt, wie sonst, der Endkampf, sondern ein Jianzi-Match. Mitten im Film spielen Lung und seine Freunde gegen ein anderes Team Federfußball. Die Sportart ist auch als Shuttlecock bekannt und stammt aus China. Statt einer großen Lederkugel wird hier ein kleiner Federball verwendet. Eine kurze Aufnahme war so schwierig und wichtig für Jackie, dass mehrere hundert Takes gemacht wurden. Manche Quellen berichten von über 1000 Takes, andere gar von 2900, was aber unrealistisch erscheint. In einer anderen Sequenz hüpft Jackie auf einem Tonschindeldach herum und versucht den Speeren auszuweichen, welche die Diebe von unten durch das Dach rammen, ohne ihn sehen zu können.

Diese drei Action-set pieces sind großartig, aber es gibt noch viele weitere Action-Highlights. Dragon Lord war der erste Jackie-Film, in dem er Stunts ins Zentrum stellte. Beeindruckende Sprünge und halsbrecherische Stürze gibt es nicht zu wenig, und zum ersten Mal laufen hier beim Abspann einige Highlights des Films.

Dragon Lord gehört nicht zur Créme de la Créme im Jackie-Œuvre, ist aber ein mehr als guter Eintrag darin. Jackie blödelt im Film etwas zu viel herum und es sind weder ein Spannungsbogen noch ein ordentlicher Handlungsstrang vorhanden. Trotzdem ist der Film ein Muss für jeden Actionfreund und eine Offenbarung für jeden echten Jackie-Fan. Dragon Lord war in Hongkong nicht der Kassenschlager, den sich Golden Harvest erwartete und wurde vom (zugegebenermaßen großartigen) ersten Aces Go Places-Film (dt. Titel: Mad Mission) überschattet, der zur selben Zeit veröffentlicht wurde.

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