Jackie Chan Mega-Marathon XLI

Thunderbolt

Deutscher Titel: Jackie Chan’s Thunderbolt
Originaltitel: Pik lik foh
Englischer Titel: Thunderbolt
Alternativtitel: Jackie Chan – Showdown mit 1000 PS
Erstveröffentlichung: 1995
Deutsche Erstveröffentlichung: 1999 (VHS-Video)
Laufzeit: 110 Min.
Empfohlene Heimversion: Bis auf eine spanische Blu-ray ohne englische oder deutsche Untertitel gibt es meines Wissens keine HD-Fassung des Films zu kaufen. So muss man sich wohl oder übel mit der deutschen DVD zufriedengeben, die ein ziemlich schreckliches Bild aufweist.

Foh (Jackie) ist ein begabter Automechaniker und hilft mit seiner Crew, die aus seiner Familie und Freunden besteht, der Polizei gegen illegale Straßenrennen mit getunten Flitzern. Der dicke Fisch, der gefangen werden soll, ist der rennfahrende Bösewicht mit blondem Pferdeschwanz Warner Krugman (sic!), besser bekannt als „Cougar“. Genau dieser rast eines Tages bei Foh vorbei, der die Verfolgung aufnimmt. Foh gewinnt das nächtliche Straßenrennen und Cougar wird festgenommen, was Interpol-Agenten Steve Cannon sehr freut. Mangels Beweisen muss er jedoch wieder freigelassen werden.

Cougars Handlanger statten Foh einen Besuch ab und wollen ihn zum Schweigen bringen. Stattdessen prügelt er sie durch seine Werkstatt. Cannon überredet Foh zu einer falschen Zeugenaussage, dank der Cougar endlich hinter Gitter kommt, und verspricht dem braven Mechaniker, dass seine Familie beschützt wird. In einer überraschend brutalen Szene stürmen Cougars Leute danach die Polizeistation und befreien ihren Boss.

Cougar ist begeistert von Fohs Rennfahrer-Skills und will ihn zu einem Rennen in Japan zwingen. Deshalb attackieren er und seine Männer Foh und seine Familie in ihrer Werkstatt und entführen seine zwei jüngeren Schwestern. Foh muss kämpfen und sich aufs Rennfahren konzentrieren, um sie zu retten. Die rasende Reporterin Amy Ip lernt Jackie kennen und schätzen, und statt weiter nach einer heißen Story zu jagen, hilft sie ihm schließlich bei seiner großen Aufgabe. Mitsubishi kommt ebenso zur Hilfe und stellt den Wagen.

Das Lexikon des internationalen Films befand, Thunderbolt sei „bierernst“ und lasse „den Charme vergleichbarer Chan-Filme vermissen“, was leider richtig ist. Der Film ist ein weiterer akzeptabler, aber vergleichsweise durchschnittlicher Jackie-Film aus der zweiten Hälfte der 1990er. Die Kampfszenen sind gewohnt gut, nur manchmal ist das Bild zu nahe herangezoomt. Der Fight in einer japanischen Pachinko-Halle ist das Highlight, und besser sowie einfallsreicher als alle Auseinandersetzungen im chronologischen Vorgängerfilm Rumble in the Bronx. Ab und zu wurde ein Double für Jackie eingesetzt, weil dieser sich noch von einem Knöchelbruch erholte, den er sich beim Dreh für Rumble zugezogen hatte.

Thunderbolt hat ein großes Problem mit Bildgeschwindigkeiten. Grundsätzlich mag ich Slow-Motion-Aufnahmen sehr gerne. Richtig eingesetzt sind sie effektiv und ästhetisch, und man kann die Bilder richtig genießen. Hier dauert die Slow-Motion bei einem Abschnitt des Films jedoch so lange, als wäre es als Parodie auf dieses Stilmittel gedacht gewesen. Noch schlimmer: Bei den Autorennen im Finale kommt es auf der „schwierigsten Rennstrecke Japans“ zu etlichen Unfällen und Crashs, was ja auch toll wäre. Nur wurde in jeder Szene Bild-Speedup verwendet, wodurch sowohl das Rennen als auch die Zusammenstöße sehr unecht aussehen. Angeblich musste aufgrund der strengen örtlichen Sicherheitsbestimmungen und der nassen Fahrbahn langsamer gefahren werden, weswegen es zu dem Speedup in der Postproduktion kam.

Eine der wenigen herausragenden Szenen des Rennens

Ein actiongeladener Autorennfilm mit Jackie sollte eigentlich viel besser und cooler sein. Interessant ist, dass die Underground-Kultur illegaler Straßenrennen behandelt wird, sechs Jahre vor dem ersten The Fast and the Furious-Film. Mit besseren Rennszenen oder einer guten Lovestory hätte Thunderbolt ein toller Film sein können, aber es sollte nicht sein.

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