Jackie Chan Mega-Marathon XLVII

Shanghai Noon

Deutscher Titel: Shang-High Noon
Originaltitel: Shanghai Noon
Erstveröffentlichung: 2000
Deutsche Erstveröffentlichung: 2000
Laufzeit: 110 Min.
Empfohlene Heimversion: Aus irgendeinem Grund gibt es die deutsche Blu-ray nicht mehr. Wer die deutsche Synchro nicht braucht, dem kann das egal sein, denn die amerikanische Blu-ray-Version kostet nur 16 USD, hat keine Regionalcodesperre und die Fortsetzung gleich mit dabei.

Im späten 19. Jahrhundert ist Chon Wang (Jackie) ein kaiserlicher Soldat in der Verbotenen Stadt in China. Prinzessin Pei-Pei (Lucy Liu) hat keine Lust auf ihre arrangierte Ehe und flieht in die Vereinigten Staaten. Der Kaiser von China glaubt, die Prinzessin sei entführt worden und schickt drei seiner besten Männer los. Wang besteht darauf, sich an der Rettungsaktion zu beteiligen.

In Nevada überfällt der Schönling Roy O’Bannon (Owen Wilson) einen Zug und trifft dabei zum ersten Mal auf Wang und kriegt sich mit ihm in die Haare. Später wacht Wang in einer Sioux-Siedlung auf und hat die Tochter des Häuptlings geheiratet. Wieder später treffen sich Wang und Roy erneut bei einer Saloon-Schlägerei und werden danach zusammen eingesperrt. Als der Gauner Roy von dem hohen Lösegeld für die Prinzessin hört, tut er sich mit dem braven Wang zusammen.

Pei-Pei muss feststellen, dass ihr vom Verräter Lo Fong eine Falle gestellt wurde und gerät ebenso in einem Arbeitslager für den Eisenbahnbau in Gefangenschaft. Die zwei grundverschiedenen Helden machen sich auf, sie zu befreien und treffen auf allerlei Widerstand. Neben Lo Fongs Männern müssen sie sich auch gegen Roys alte Bande behaupten, von der er sich getrennt hat, sowie einem Marshal, der hinter ihm her ist.

Na, ist euch beim Lesen des ersten Satzes etwas aufgefallen? Jackie heißt hier „Chon Wang“, was (englisch gesprochen) wie „John Wayne“ klingt. Ein Brüller, ich weiß. „Jackie Chan geht in seinen Saloon …“ klingt auch wie der Anfang eines Witzes, im Film selbst ist das Ganze mäßig unterhaltsam. Nach Rush Hour ist Shanghai Noon die nächste Culture-Clash-Comedy mit Jackie. Während man mit „East meets West“ in Filmen wie Black Rain und Soleil rouge (Red Sun, dt.: Rivalen unter der Sonne) zu einem brauchbaren bis guten Ergebnis kam, fällt es hier vernachlässigbar aus. Sowohl Jackie als auch Owen Wilson sind zwar charismatisch genug, um das ganze ertragbar und immer wieder sogar halbwegs sympathisch zu machen. Aber das Drehbuch ist schwach, das Ganze ist sehr seicht und es wurden sogar ein paar Gags und Ideen aus älteren, besseren Jackie-Filmen recycelt.

Wie auch in Rush Hour ist die Action schlecht gefilmt und schlecht geschnitten. Die Kampfszenen in diesem Film und jene aus den alten Hongkong-Filmen scheinen wie aus zwei völlig verschiedenen Welten zu stammen. Es ist sehr traurig, dass viele Leute Jackie nur aus solchen weichgespülten, massentauglichen Familienfilmen wie diesen hier kennen. An einem sehr langweiligen Sonntagnachmittag kann man Shanghai Noon schon mal im Hintergrund laufen lassen, aber zu mehr taugt er für ein erwachsenes, anspruchsvolles Publikum nicht, schon gar nicht für echte Kenner.

Drei statt zwei Sterne erhält Shanghai Noon nur deshalb, weil die Hauptdarsteller ihre Sache allesamt gut machen und der größer angelegte Studiofilm gewohnt hohe Produktionswerte aufweist. Der deutsche Verleih wählte den Titel Shang-High Noon, wohl aus Angst, dass beim Originaltitel das Wortspiel und die Anpielung auf den alten Westernklassiker High Noon beim Publikum nicht ankommen würde.

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