Jackie Chan Mega-Marathon LXVII

Skiptrace

Deutscher Titel: Skiptrace – Auf der Jagd nach Matador
Originaltitel: Jue di tao wang
Englischer Titel: Skiptrace
Erstveröffentlichung: 2016
Deutsche Erstveröffentlichung: 2016 (DVD und Blu-ray)
Laufzeit: 107 Min.
Empfohlene Heimversion: Die deutsche Blu-ray soll in Ordnung sein.

Der Hongkonger Polizist Bennie Chan (Jackie) ist versessen darauf, den reichen Geschäftsmann Victor Wong zu schnappen, den er für den Tod seines Partners vor zehn Jahren verantwortlich macht. Wong soll der berüchtigte Matador sein, der Herrscher von Hongkongs Unterwelt. Chans Vorgesetzter sieht das naturgemäß anders. Der quasselnde Trickbetrüger und Spieler Connor Watts (Johnny Knoxville) sieht zufällig, wie Wong in einem seiner Casinos in Macau eine Frau umbringt. Obendrein ist die Russenmafia hinter Watts her, weil er die Tochter eines Bosses geschwängert hat.

Chan stößt auf Connor und will ihn nach Hongkong bringen, wo er gegen Wong aussagen soll. Doch Connor hat weder Lust auf eine Zwangsheirat mit der Mafia-Tochter, noch auf einen frühen Tod durch Wongs Männer. Er stibitzt Chans Reisepass und verbrennt ihn. Also müssen die beiden mit verschiedensten konventionellen und weniger konventionellen Transportmitteln durch den asiatischen Raum reisen. Sie verirren sich, landen bei einem Mongolenstamm, mit dem sie bei einem Trinkgelage Adele singen, geraten in verschiedenste Feierlichkeiten wie einem Himmelslaternen-Fest und müssen sich gegen die Russen wehren.

Bei der chinesischen Produktion Skiptrace wurde versucht, die Erfolgsformel der Rush Hour– und Shanghai-Filme zu wiederholen. Dementsprechend lauwarm ist das Ganze und man hat es auch schnell wieder vergessen. Jackie spielt erneut einen entschlossenen, rechtschaffenen Hüter des Gesetzes und sein Gegenüber einen halbseidenen, charismatischen Frauenheld. Mit Owen Wilson und vor allem mit Chris Tucker hatte Jackie allerdings mehr Chemie als mit Knoxville. Wenigstens wird nicht so getan, als sei Jackie erst Mitte 40. Sein Boss legt ihm sogar nahe, dass er lieber in den Ruhestand gehen und Alpakas züchten soll.

Skiptrace ist zwar kein langweiliger Film, hat aber einen dünnen Plot voller Klischees. Jackie wollte einem westlichen Publikum die Schönheit und Vielfalt des asiatischen Raums näherbringen, was ihm recht gut gelungen ist, denn das Ganze kommt oft mehr wie eine Reisedoku als eine Actionkomödie rüber. In den Kampfszenen wirkt Jackie mit seinen 62 mittlerweile mehr ein amerikanischer Darsteller, der wenig Kampferfahrung und für die Rolle nur ein paar Wochen intensives Training absolviert hat. Es gibt viel Action mit Slapstick und lustige Ideen, aber das Ganze ist eben langsamer als früher.

Skiptrace wurde vom Finnen Renny Harlin (Cliffhanger, Die Hard 2, Driven) inszeniert, der Mitte der 1980er nach Hollywood auswanderte, Geena Davis heiratete und mit ihr den legendären Flop Cutthroat Island (1995, dt.: Die Piratenbraut) drehte. Dank diesem wurde leider das Verhoeven-Schwarzenegger-Projekt „Crusade“ nicht realisiert und Hollywood traute sich bis 2003 mit Pirates of the Carribean (dt.: Fluch der Karibik) nicht mehr an Piratenfilme heran. Harlin war 2014 in Hollywood so gut wie nicht mehr gefragt, also nahm er ein Angebot aus China an und realisierte dort als erstes Skiptrace. In einem Gastauftritt ist übrigens Richard Ng, der Schnauzer der Lucky Stars-Filme, zu sehen.

Zum Schluss noch eine Anekdote, die nicht direkt etwas mit Skiptrace zu tun hat: Bereits 1999 arbeitete Harlin an einer Actionkomödie mit dem Titel „Nosebleed“, in dem Jackie als Fensterputzer einen Terroranschlag auf die Freiheitsstatue oder das World Trade Center verhindern sollte. Im Mai 2001 wanderte das Projekt von New Line Cinema zu MGM. Nach den realen Terroranschlägen am 11.9.2001 wurde der Plot komplett umgeschrieben und letztendlich das ganze Projekt verworfen. Es gibt ein unbestätigtes Gerücht, wonach Jackie am Tag des Anschlags, nur zwei Stunden bevor der erste Flieger ins WTC raste, auf dessen Dach eine Actionszene drehen hätte sollen. Da aber der Drehbuchautor das Skript mit der geplanten Szene nicht rechtzeitig ablieferte, flog Jackie nach Toronto, um an The Tuxedo zu arbeiten. Fragwürdig ist, ob im September 2001 tatsächlich Dreharbeiten auf dem Plan standen, nachdem der Film gerade erst im Mai das Studio gewechselt hatte und Jackie sich außerdem um The Tuxedo kümmern musste.

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