Jackie Chan Mega-Marathon LXIX

Kung Fu Yoga

Deutscher Titel: Kung Fu Yoga – Der goldene Arm der Götter
Originaltitel: Gong fu yu jia
Englischer Titel: Kung Fu Yoga
Erstveröffentlichung: 2017
Deutsche Erstveröffentlichung: 2017 (DVD und Blu-ray)
Laufzeit: 107 Min.
Empfohlene Heimversion: Die deutsche Blu-ray besitze ich nicht, aber sie ist von Koch und somit bestimmt in Ordnung.

Jack Chan (ratet mal, wer diesen verkörpert) ist ein angesehener Archäologe und Professor, nebenbei ist er noch Kung-Fu-Experte. Die indische Forscherin Ashmita lädt ihn und sein Team dazu ein, mit ihr gemeinsam ein 1000 Jahre altes Mysterium zu lüften und einen sagenhaften Schatz zu finden. Denn spätestens seit Indiana Jones wissen wir alle, dass Archäologen nicht mit Pinseln Dreck von Knochen wischen und zerbrochene Vasen mit Teelöffeln ausbuddeln, sondern sich auf epische Abenteuer voller Action und Romantik begeben. Sie erleben Legenden, die lebendig werden.

Prompt findet die Gruppe um Jack einen Diamanten irgendwo im Eis, der jedoch von einem reichen Bösewicht und seinen Männern stibitzt wird. Wochen später taucht der Klunker bei einer Auktion in Dubai auf und wird erneut vom selben Bösewicht gestohlen. Daraufhin wird er nach einer Autoverfolgungsjagd jedoch von Ashmita gestohlen. Jack konfrontiert sie und erfährt vom „echten Schatz“, der sich in Indien befinden soll. Der Diamant soll der Schlüssel zu dem Schatz sein.

Alle großen Actionhelden sind offenbar dazu verdammt, in ihrer späteren Karriere zu einer Art wandelnden Witz zu verkommen. Egal ob sie Arnie, Sly Stallone, Steven Seagal oder Chuck Norris heißen. Jackie ist aus meiner Sicht nie zu einem Witz geworden, vielleicht weil er sich selbst nie ernst genommen hat. Seine Spätwerke sind dagegen leider oft ein Witz. Kung Fu Yoga gehört zu diesen und ist kein guter Witz. Es folgt ein Dialog zwischen zwei unserer „Helden“, die sich in einer scheinbar ausweglosen Situation befinden. Sie: „I’m gonna die!“ Er: „Hey, c’mon.“ Sie: „We’re all gonna die. Everybody dies. But I’m gonna die now! I don’t wanna die now!“ Er: „Stop crying. Come on. Hey, look. You’re having a running nose now. Stop crying.“ Daraufhin schneutzt sie sich die Nase an seinem Hemdärmel. Das Drehbuch wurde, glaube ich, ähnlich verfasst.

Kung Fu Yoga ist ein ultraseichter, asiatischer Wohlfühl-Blockbuster mit banalen, oft peinlich schlechten Dialogen, handelsüblicher Inszenierung und einfacher Handlung. Er biedert sich dem indischen Publikum an und das Ganze wirkt oft wie eine Werbesendung für Yoga, in die chinesische Propaganda dazugemischt wurde. Ein Großteil des Films besteht aus konventionell attraktiven Menschen, die ständig lächeln und nett und freundlich zueinander sind. Der andere große Teil sind die unterdurchschnittlichen Actionsequenzen. In einer davon kommt ein unglaubwürdiger CGI-Löwe vor, später sehen wir noch CGI-Hyänen, die ebenso mies aussehen. Das überrascht jedoch nicht, denn der Film beginnt mit einer Sequenz, die aussieht als wäre sie aus einem Videospiel von vor 2010.

Wieder wird in der Originalfassung Englisch und Mandarin vermischt. Die indische Prinzessin ist nett anzusehen und die Sets sind teilweise okay. In raren Momenten ist Kung Fu Yoga so doof, dass er schon wieder lustig ist. Wie etwa bei der Szene, in der Jack(ie) den indischen Oberbösling überreden will, von der Jagd nach dem sagenhaften Schatz abzulassen, für den etliche von dessen Vorfahren ihr Leben gelassen haben und hinter dem er schon sein ganzes Leben lang her ist. Jack(ie) erinnert den Fiesling daran, dass laut Buddhismus die materielle und immaterielle Welt ein und dasselbe sind und somit kann er ja wohl auf den Schatz verzichten!

Dieser müde Kinderfurz von einem Film verdient nur deshalb nicht das geringste Rating, weil er aufwändig genug inszeniert ist. In China war Kung Fu Yoga enorm erfolgreich. Der deutsche Verleiher hat dem Stumpfsinn den Beititel Der goldene Arm der Götter drangeklatscht, um an die Armour of God-Filme (deren deutsche Titel Der rechte Arm der Götter und Mission Adler – Der starke Arm der Götter lauten) zu erinnern. Der eine oder andere wird schon glauben, es würde hier eine Fortsetzung vorliegen. Selbstverständlich ist das nicht der Fall und es besteht keinerlei Konnex zur Armour of God-Reihe. Es gibt wirklich bessere Arten, seine Zeit zu vertreiben, als mit Kung Fu Yoga.

Bewertung:

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